Ich möchte euch einen interessanten Text nicht vorenthalten- viel Spaß:
Quelle:
http://www.escribo.ch/blog/2010/07/28/frau-hanni-geht-ins-spital/
28. Juli 2010
Frau Hänni geht ins Spital.
Wer meinen Blog liest http://www.escribo.ch/blog/2010/07/28/frau-hanni-geht-ins-spital/ , kennt Frau Hänni. Sie steht synonym für Menschen, die sich in der Opferrolle zuhause fühlen und sich in dieser Rolle laufend bestärken. Es ist keine bestimmte Person damit gemeint: Frau Hänni lebt in uns allen, mehr oder weniger.
Jetzt geht Frau Hänni ins Spital, denn die Ärzte haben ihr gesagt, sie habe Arthrose im höchsten Grad, und nur ein künstliches Hüftgelenk könne ihr helfen, die Schmerzen und all das, was die Arthrose so mit sich bringt, loszuwerden. Und weil für Frau Hänni das Wort des Arztes Gesetz ist (ganz besonders das der Spezialisten sprich Orthopäden, die es wissen müssen), legt sich Frau Hänni freiwillig unters Messer.
Jacques Martel schreibt in seinem Buch Mein Körper – Barometer der Seele über Arthrose:
Wenn ich an Arthrose leide, ist das so, als ob ich meine starren Einstellungen, Verhaltensmuster und Denkschemata noch verstärke. Diese Krankheit steht in Zusammenhang mit einer geistigen Verhärtung gegenüber Autorität, mit einem Fehlen von “Wärme” in meinen Gelenken. (…) Es handelt sich um die übertriebene Motivation, eine Handlung ohne Erholung und Ausgleich zu Ende zu bringen (…), um den Eindruck, einen mir unerträglich gewordenen Menschen oder eine Situation ertragen zu müssen, oder um eine starke, verdrängte Reaktion gegenüber irgendeiner Art von Autorität.
Manche meiner Bekannten und Verwandten haben mich wahrscheinlich bereits für verrückt erklärt, aber ich bin überzeugt davon, dass jedes Leiden seelisch bedingt ist. Alles, woran wir körperlich und seelisch leiden, haben wir selbst in unser Leben gerufen, wenn auch nicht bewusst. Krankheiten sind Botschafter. Sie geben uns Aufschluss darüber, was in unserem Leben schief läuft. Wir können sie anhören oder wegmachen lassen und weiter leben wie bisher. Jeder Mensch kann frei wählen, wie er mit Krankheiten umgehen will.
Wenn man in systemischen Aufstellungen Krankheiten aufstellt, erkennt man, dass diese Krankheiten es niemals böse mit uns meinen. Sie wollen uns etwas zeigen. Wir als Betroffene sehen die Krankheit als unseren Feind. Das kriegerische Vokabular, das beispielsweise im Zusammenhang mit Krebs verwendet wird, belegt dies eindrücklich: Der Krebs wird bekämpft, ausgemerzt, besiegt – oder man wird von ihm besiegt. Man könnte fast meinen, unser Körper sei unser Feind. Dabei ist er ein Teil von uns. Warum sollte sich unser Körper gegen uns wenden?
Es fällt mir immer wieder auf, dass Menschen ihren Körper nicht als Teil von sich begreifen. Der Körper ist eine Sache, der Mensch eine andere. Und wenn der Körper nicht spurt, dann wird er zum Arzt getragen, und der Arzt soll es richten. Das tut er dann auch, mit Medikamenten, Operationen und was weiss ich was für Therapien. Die Botschaft wird ignoriert, und der Mensch kann sich weiterhin Dinge aufladen, die ihn nichts angehen, wegschauen, obwohl er hinschauen sollte und hoffen, dass ihm sein Körper, den er als Vehikel zum Menschsein nun mal braucht, auch weiterhin zu Diensten ist. Bis zum nächsten Mal.
Seltsam: Wir wollen alle so selbstbestimmt sein. Wir gehen auf die Barrikaden wegen Lappalien, wir protestieren gegen jedwelche Bevormundung – aber wenn es um unsere Gesundheit geht, sind wir obrigkeitsgläubig bis zum Gehtnichtmehr. Wir sagen wir Ja und Amen zu allem, was der Arzt sagt. Als ob uns das nichts anginge. Wir glauben, dass der Arzt unseren Körper besser kennt als wir. Als wäre der Körper eine Maschine, und der Arzt der Mechaniker. Da kann es einen nicht wirklich wundern, dass die Krankenkassenprämien explodieren.
http://www.escribo.ch/blog/2010/07/28/frau-hanni-geht-ins-spital/
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